Kinderladen Bülowstraße - Eine Oase im Haupstadtdschungel

Das Leben im Kinderladen

Räumlichkeiten und Außengelände

Den etwa 3.000 qm großen, nach außen abgeschlossenen, gemeinschaftlichen Garten betreten wir ganz unkompliziert über das Esszimmer. Wir nutzen dort regelmäßig und ausgiebig zwei Buddelkisten, Spielgeräte und den Fußballplatz. Neben reichlich Bewegungsfreiheit auf einer riesigen Spielwiese laden viele versteckte Winkel zum Spielen ein. Im Sommer stellen wir oft die Tische in den Garten und nehmen dort das Mittagessen ein oder Bastelangebote wahr.

Den Garten nutzen wir im Sommer gern auch nach dem Kinderladen; hier frühstücken wir alle gemeinsam nach der Kinderladen-Übernachtung, feiern unsere Feste und lassen den Kindern dabei viel Freiraum zum Spielen und Sichbewegen.

In unseren Räumen steht mit 120 qm viel Platz zum Spielen, Basteln, Toben, Ausruhen, Essen und Schlafen zur Verfügung.

Wir haben neben einer Küche, dem Bad und der Garderobe fünf großzügige Räume: Ess- und Bastelzimmer, Spielzimmer, Tobezimmer, „Sternchenzimmer“ und Schlafzimmer. Selbstverständlich sind das Mobiliar und die Ausstattung kindgerecht.

Im Tobezimmer gibt es eine Hochebene, auf der wir eine Kuschelecke eingerichtet haben und ein schöner, großer Spieleständer steht, unten befinden sich große Schaumstoffelemente, es gibt eine Sprossenwand und eine Weichbodenmatte sowie die Bewegungsbaustelle; im „Sternchenzimmer“ lädt das rote Sofa zum ungestörten Vorlesen ein, hier steht die Kinderküche mit Geschirr und es gibt Zubehör für das Puppenspiel und zum Verkleiden. Im Spielzimmer gibt es eine große Spielfläche und für jedes Kind eine Schublade für seine Habseligkeiten und Schätze. Kinderbücher, Spielsachen und bestimmte Bastelmaterialien sind für die Kinder frei zugänglich. Im Schlafzimmer ruhen unsere Kleinsten nach dem Mittagessen aus. Vom Esszimmer aus gelangt man unmittelbar in den wunderbaren Garten mit seinen vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten. Eine Fußbodenheizung hält den gesamten Kinderladen in der kälteren Jahreszeit angenehm warm.

Im Jahr 2015 haben wir erstmals eine spielzeugfreie Zeit angeboten, die so ein großer Erfolg war, das wir sie hin und wieder wiederholen. Im Spielzimmer des Kinderladens haben wir dieses Jahr eine Werkstatt eingerichtet.

Tagesablauf und Rituale

Ein bisschen Struktur muss sein...

Die Tagesstruktur ist für die Organisation des Zusammenlebens erforderlich, soll aber kein zu starres Gerüst sein, sondern eine ausgewogene Balance zwischen Orientierung und Freiraum bieten.

Tagesbeginn: ab 8:00 Uhr
Frühstück: 8:30 –  9:30 Uhr
Morgenkreis: 9:30 Uhr
Mittagessen: 12:15 – 13:00 Uhr
Mittagsruhe/-schlaf: 13:30 – 15:00 Uhr
Vesper: 15:30 Uhr
Abholzeit: bis 16:00 Uhr

 

Die Eltern bringen ihre Kinder idealerweise bis spätestens 9:30 Uhr in den Kinderladen und haben sie dann auch schon verabschiedet. Sie beziehen dabei den Zeitbedarf des Kindes für die Verabschiedung mit ein.

Das offene Frühstück mit Betreuung findet in der Zeit zwischen 8:30 Uhr und 9:30 Uhr statt. Die Kinder nehmen am Buffet Brettchen, Messer und Tasse, und räumen diese nach Benutzung auch wieder zurück. Mit dieser Form des Frühstücks haben wir das große gemeinsame Frühstück abgelöst, und es hat sich bisher bewährt. So werden die Kinder stärker mit einbezogen, der Aufwand für die Zubereitung wird verringert - und es fallen nicht mehr so viele Essensreste an, hungrige Kinder werden schneller bzw. früher mit Essen versorgt, als wenn sie bis zu einem großen gemeinsamen Frühstück warten müssten, satte Kinder, die schon zu Hause gefrühstückt haben, nicht mehr zum langen Herumsitzen genötigt. Die Kinder kommunizieren durch den kleineren Tisch entspannter, es gibt weniger Konflikte um die Sitzordnung und die Kinder können wieder spielen gehen, wenn sie fertig gegessen haben.

Wir verwenden Bio-Produkte und essen vegetarisch.

Kinder, die am Frühstück nicht teilnehmen konnten, sollten vor Beginn des Morgenkreises im Kinderladen sein. Hier kommt die gesamte Kindergruppe zusammen. Sie sieht, welche Kinder und Erwachsenen anwesend sind, wer fehlt und warum. Die Kinder erzählen über erste Ereignisse und Gefühle am Tag, sowie über Erinnerungen oder Vorhaben, die sie beschäftigen.
Wir gestalten den Morgenkreis inhaltlich unterschiedlich: Wir erzählen und hören einander zu, singen Lieder und spielen Kreisspiele je nach Thema, Jahreszeit oder anstehenden Festen. Wir besprechen Themen des sozialen Umgangs miteinander wie Begrüßen, Teilen, Streiten, Freundschaften, Bestimmen, zusammen Spielen und Ausgrenzen, Rücksicht, Freundlichsein, Wohl- und Unwohlfühlen, Sinn und Unsinn von Regeln. Wir tauschen Informationen zu anstehenden Aktivitäten, Spiel- und Bastelangeboten und zu neuen Kindern aus.

Am Vormittag sind die Kinder voller Tatendrang, sie haben Energie und können sich gut konzentrieren. Diese Zeit nutzen wir, um zu basteln und zu spielen, an Projekten zu arbeiten oder Ausflüge zu machen.

Wir gehen möglichst täglich mit allen Kindern in den Garten an die frische Luft, um ihrem großen Bewegungsdrang gerecht zu werden. Die Kinder können mit Laufrädern, Rollern, Bobbycars, Fahrrädern oder Rollschuhen fahren und u.a. Fang-, Versteck- und Ballspiele spielen.

Das Mittagessen genießen Kinder und Erzieherinnen in ruhiger Atmosphäre und können sich miteinander unterhalten. Dabei wird auch immer wieder das Essen selbst zum Thema. Verschiedene Tischsprüche gehören zu unseren festen Ritualen. An drei Tagen in der Woche kocht unsere Köchin und nimmt auch an der Mahlzeit teil. Nach dem Essen putzen alle Kinder in kleinen Gruppen mit den Erzieherinnen ausgiebig ihre Zähne.

Anschließend bereiten sich die kleineren Kinder („Schlafkinder“) auf den Mittagsschlaf vor (eine Erzieherin übernimmt das Einschlafritual mit Lesen/Singen und bleibt bis zum Einschlafen bei den Kindern). Die größeren Kinder kommen beim Vorlesen, CD-Hören, Malen oder bei Gesellschaftsspielen zur Ruhe, oder aber sie vergnügen sich in unserem großen Garten.

Nachmittags wird der Kinderladen gemeinsam aufgeräumt, die Schlafkinder werden geweckt und ein gesunder Snack (Joghurt, Milchreis, Rohkost, Obst, Nüsse, belegte Brote, Reiswaffeln o.ä.) wird gereicht. Bis zur Abholung beschäftigen sich die Kinder im Freispiel im Kinderladen oder im Garten.

Wochenablauf

Die Woche erhält durch verschiedene Aktivitäten ihre Struktur. Fester Termin ist das Turnen in einer nahegelegenen Turnhalle. Im Sommer besuchen wir gerne auch die Spielplätze im Kiez. Besonderes Vergnügen bereiten dabei natürlich die Wasserspielplätze. Auch der Park am Gleisdreieck begeistert unsere Kinder immer wieder.

Wir haben eine vom Quartiersmanagement finanzierte Bewegungsbaustelle, die wir regelmäßig im Kinderladen und im Garten nutzen und auch für nachbarschaftsfördernde Aktivitäten einsetzen.

Wir musizieren viel und integrieren das in den Tagesablauf.

Ausflüge

Wir unternehmen mit den Kindern regelmäßig Ausflüge, z.B. ins Kindertheater und Kinderkino, in den Zoo und ins Aquarium und ins Technikmuseum. Außerdem besuchen wir auch die Kinderspielplätze im Kiez und den Park am Gleisdreieck.

Projekte

Der Weg ist das Ziel...

Nach dem Berliner Bildungsprogramm sind die Bildungsprozesse der Kinder als sinnliche Erkenntnistätigkeit zu verstehen. Wir ermöglichen den Kindern verschiedene Zugänge zu den Bildungsinhalten, indem wir uns durch Gespräche, Bilderbücher, den Umgang mit Gegenständen, Lieder, Bewegungsspiele, Geschichten, Experimentieren und durch das Bearbeiten von Material mit einem Thema auseinandersetzen. Es wird von verschiedenen Seiten beleuchtet und vertieft und wir können die Kinder mit ihren individuellen und altersgemäßen Vorlieben, Interessen und Fähigkeiten ansprechen.

Wir möchten die Kinder aus der Fülle an Möglichkeiten exemplarisch mit verschiedenen Sachthemen bekannt machen und Ihr Interesse wecken. Kinder gehen neugierig auf ihre Umwelt zu und machen sie sich auf ihre Weise zu eigen. Dabei setzen sie sich mit ihrem konkreten Lebensumfeld auseinander, das mit zunehmendem Alter größer wird.

Projekte entwickeln sich aus Gesprächen, Spielhandlungen und Beobachtungen. Sie bieten viele Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien und Medien an unterschiedlichen Orten. Die Ziele von Projekten sind nicht immer vorhersehbar. Der Weg, d.h. die Auseinandersetzung mit einem Thema ist das Ziel, sie ist wichtiger als das eigentliche Produkt.

Hier eine Auswahl an Projekten, die wir in den letzten Jahren durchgeführt haben:

  • Familie
  • Körper und Gefühle
  • Freunde und Freundschaften
  • Geschwister und Familienbilder
  • Das Grüffelo

Freispiel

Die Kinder brauchen genügend Raum für ihr Freispiel, in dem sie ihre Ideen und Vorhaben aus eigenem Antrieb entwickeln und umsetzen, ihre Spielkontakte selbst gestalten und das Spielgeschehen selbst regeln. Dabei unterstützen wir die Kinder in Streitsituationen, helfen ihnen bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und greifen in Gefahrensituationen ein. Neben diesen Anregungen lassen wir den Kindern Möglichkeiten für eigene Erfahrungen und Entdeckungen, ohne ihnen durch vorweggenommene Ergebnisse und vorgefertigte Erkenntnisse den Spaß, die Freude und die Motivation zu nehmen, die sie Anstrengungen und Rückschläge in ihren Lernprozessen in Kauf nehmen lässt.

Für jüngere Kinder stehen weitaus stärker Spiele im Vordergrund, die keine „vorzeigbaren Produkte“ am Ende des Tages aufweisen. Sie sind oft mit dem Freispiel überfordert und brauchen mehr Anregung für Spielmöglichkeiten und Unterstützung im Zusammenspiel mit anderen Kindern. Dies berücksichtigen wir in unserer pädagogischen Arbeit.

Kinderladen-Übernachtung und Kinderladen-Reise

Einmal im Jahr machen die Kinder mit den Erzieherinnen eine Übernachtung im Kinderladen, der ein ganztägiger Ausflug vorausgeht. Bei der Übernachtung stellen wir auch fest, welche Kinder zur Kinderladen-Reise mitgenommen werden können. Nachdem wir Erfahrungen mit unterschiedlichen Reisezielen gesammelt haben, fuhren wir 2014 erstmals ins Ferienland Luhme nahe Rheinsberg nördlich von Berlin in Brandenburg. Die Reise beginnt Montags morgens und endet Donnerstags nachmittags entweder am Bahnhof oder direkt im Kinderladen. Am darauf folgenden Freitag bleibt der Kinderladen geschlossen, um Erzieherinnen und Kindern etwas Entspannung nach der aufregenden Reise zu gönnen.

Feste

Die Geburtstage der Kinder werden im Kinderladen gefeiert. Wir singen, essen Geburtstagskuchen, decken den Tisch extra fein und lassen das Geburtstagskind hochleben.

Wir haben einige feste Fest-Termine im Jahr, die wir, d.h. die Kinder mit ihren Eltern und Erzieherinnen, zusammen feiern:

  • Sommerfest mit der Verabschiedung der "Schulkinder", auch mit ehemaligen Kindern und Eltern
  • gemeinsames Frühstück im Garten im Anschluss an die Kinderladen-Übernachtung
  • Laternenumzug zu St. Martin in den nahegelegenen Nelly-Sachs-Park, auch mit ehemaligen Kinden und Eltern
  • Weihnachtsfeier mit den Eltern

 

Kontakt:

EKT Bülowstraße e.V.
Bülowstraße 52 / A5
10783 Berlin – Schöneberg

Tel.: 030 / 215 61 02
E-Mail an den Vorstand