Kinderladen Bülowstraße - Eine Oase im Haupstadtdschungel

Das Leben im Kinderladen

Räumlichkeiten und Außengelände

Den etwa 3.000 qm großen, nach außen abgeschlossenen, gemeinschaftlichen Garten betreten wir ganz unkompliziert über das Esszimmer. Wir nutzen dort regelmäßig und ausgiebig zwei Buddelkisten, Spielgeräte und den Fußballplatz. Neben reichlich Bewegungsfreiheit auf einer riesigen Spielwiese laden viele versteckte Winkel zum Spielen ein. Im Sommer stellen wir oft die Tische in den Garten und nehmen dort das Mittagessen ein oder Bastelangebote wahr.

Den Garten nutzen wir im Sommer gern auch nach dem Kinderladen; hier frühstücken wir alle gemeinsam nach der Kinderladen-Übernachtung, feiern unsere Feste und lassen den Kindern dabei viel Freiraum zum Spielen und Sichbewegen.

In unseren Räumen steht mit 120 qm viel Platz zum Spielen, Basteln, Toben, Ausruhen, Essen und Schlafen zur Verfügung.

Wir haben neben einer 2008 neu eingebauten Küche, dem 2011 umgebauten Bad und der Garderobe im Flur fünf großzügige Räume: Ess- und Bastelzimmer, Spielzimmer, Tobezimmer, „Sternchenzimmer“ und Schlafzimmer. Selbstverständlich sind das Mobiliar und die Ausstattung kindgerecht.

Im Tobezimmer gibt es eine Hochebene, große Schaumstoffelemente und ein Mini-Trampolin, im „Sternchenzimmer“ eine Kinderküche mit Geschirr und Sitzgruppe, einen wunderschönen Spieleständer sowie Zubehör für das Puppenspiel und zum Verkleiden. Im Spielzimmer steht unser rotes Sofa, das gerne zum Vorlesen, Ausruhen und Kuscheln genutzt wird, eine große Spielfläche und für jedes Kind eine Schublade für seine Habseligkeiten und Schätze. Kinderbücher, Spielsachen und bestimmte Bastelmaterialien sind für die Kinder frei zugänglich. Im Schlafzimmer ruhen unsere Kleinsten nach dem Mittagessen. Es wurde 2011 komplett neu ausgestattet. Vom Esszimmer aus gelangt man unmittelbar in den wunderbaren Garten mit seinen vielfältigen Betätigungsmöglichkeiten. Eine Fußbodenheizung hält den gesamten Kinderladen in der kälteren Jahreszeit angenehm warm.

 

Tagesablauf und Rituale

Ein bisschen Struktur muss sein...

Die Tagesstruktur ist für die Organisation des Zusammenlebens erforderlich, soll aber kein zu starres Gerüst sein, sondern eine ausgewogene Balance zwischen Orientierung und Freiraum bieten.

Tagesbeginn: 8:00 –  9:00 Uhr
Frühstück: 9:15 – 10:00 Uhr
Morgenkreis: ab 10:00 Uhr
Mittagessen: 12:30 – 13:15 Uhr
Mittagsruhe/-schlaf: 14:00 – 15:00 Uhr
Snack: ab 15:00 Uhr
Abholzeit: 15:30 – 16:00 Uhr

 

Die Kinder werden beim Eintreffen im Kinderladen von den Erzieherinnen individuell begrüßt. Die Eltern bemühen sich um Pünktlichkeit und beziehen dabei den Zeitbedarf des Kindes für die Verabschiedung mit ein. Kinder, die am Frühstück teilnehmen, sollten bis 9:15 Uhr verabschiedet sein, damit die Gruppe ungestört frühstücken kann. Als Abschiedsritual hat sich das „Tschüssagen am Fenster“ eingebürgert.


Das gemeinsame Frühstück wird im Kinderladen frisch zubereitet. Wir verwenden Bio-Produkte und essen vegetarisch. Neben leiblichen Genüssen bietet die gemeinsame Mahlzeit Gelegenheit zu Gesprächen und Kontakten sowie zur Einübung von Umgangsformen und Hilfestellungen für die jüngeren Kinder.

Kinder, die am Frühstück nicht teilnehmen konnten, sollten spätestens zum Beginn des Morgenkreises um 10:00 Uhr im Kinderladen sein. Hier kommt die gesamte Kindergruppe zusammen. Sie sieht, welche Kinder und Erwachsenen anwesend sind, wer fehlt und warum. Die Kinder erzählen über erste Ereignisse und Gefühle am Tag, sowie über Erinnerungen oder Vorhaben, die sie beschäftigen.
Wir gestalten den Morgenkreis inhaltlich unterschiedlich: Wir erzählen und hören einander zu, singen Lieder und spielen Kreisspiele je nach Thema, Jahreszeit oder anstehenden Festen. Wir besprechen Themen des sozialen Umgangs miteinander wie Begrüßen, Teilen, Streiten, Freundschaften, Bestimmen, zusammen Spielen und Ausgrenzen, Rücksicht, Freundlichsein, Wohl- und Unwohlfühlen, Sinn und Unsinn von Regeln. Wir tauschen Informationen zu anstehenden Aktivitäten, Spiel- und Bastelangeboten und zu neuen Kindern aus.

Am Vormittag sind die Kinder voller Tatendrang, sie haben Energie und können sich gut konzentrieren. Diese Zeit nutzen wir, um zu basteln und zu spielen, an Projekten zu arbeiten oder Ausflüge zu machen.

Wir gehen möglichst täglich mit allen Kindern in den Garten an die frische Luft, um ihrem großen Bewegungsdrang gerecht zu werden. Die Kinder können mit Laufrädern, Rollern, Bobbycars, Fahrrädern oder Rollschuhen fahren und u.a. Fang-, Versteck- und Ballspiele spielen.

Das Mittagessen genießen Kinder und Erzieherinnen in ruhiger Atmosphäre und können sich miteinander unterhalten. Dabei wird auch immer wieder das Essen selbst zum Thema. Verschiedene Tischsprüche gehören zu unseren festen Ritualen. Nach dem Essen putzen alle Kinder in kleinen Gruppen mit den Erzieherinnen ausgiebig ihre Zähne.

Anschließend bereiten sich die kleineren Kinder („Schlafkinder“) auf den Mittagsschlaf vor (eine Erzieherin übernimmt das Einschlafritual mit Lesen/Singen und bleibt bis zum Einschlafen bei den Kindern). Die größeren Kinder kommen beim Vorlesen, Kassettehören, Malen oder bei Gesellschaftsspielen zur Ruhe, oder aber sie vergnügen sich in unserem großen Garten.

Nachmittags wird der Kinderladen gemeinsam aufgeräumt, die Schlafkinder werden geweckt und es wird ein gesunder Snack (Joghurt, Milchreis, Rohkost, Obst, Nüsse, belegte Brote, Reiswaffeln o.ä.) gereicht. Bis zur Abholung beschäftigen sich die Kinder im Freispiel im Kinderladen oder im Garten.

 

Wochenablauf

Die Woche erhält durch verschiedene Aktivitäten ihre Struktur. Feste Termine bilden die Musikstunde bei unserer Musikpädagogin Manuela Feiertag und das Turnen in einer nahegelegenen Turnhalle. Im Sommer besuchen wir die Spielplätze im Kiez. Besonderes Vergnügen bereiten dabei natürlich die Wasserspielplätze. Auch der neu eröffnete Park am Gleisdreieck hat unsere Kinder schon begeistert.

Die größeren Kinder besuchten 2010 in Begleitung einer Erzieherin einmal wöchentlich einen Schwimmkurs in der ersten Berliner Kinder-Schwimmschule in Steglitz. Zu den Sommerferien 2010 bekamen unsere Kinder ihre Seepferdchen-Abzeichen.


Auf unserem wöchentlichen Sonnenbild halten die Kinder fest, was sie schön fanden und worüber sie sich gefreut haben.

Ausflüge

Wir unternehmen mit den Kindern regelmäßig Ausflüge, z.B. ins Kindertheater (u.a. Atze Musiktheater) und Kinderkino (Spatzenkino), in den Zoo und ins Aquarium, in Kindermuseen (z.B. Labyrinth-Kindermuseum, Technikmuseum, Naturkundemuseum), in die Stadtbücherei, die Waldschule und in das Naturschutzgebiet „Südgelände“, zu verschiedenen Veranstaltungen wie „Mathe-Kings" und die Verkehrserziehung in der Autolernwerkstatt im Automobil-Forum sowie zu Veranstaltungen mit unterschiedlichen Themen in der „Gelben Villa“ in Kreuzberg. Außerdem besuchen wir auch die Kinderspielplätze im Kiez und den Park am Gleisdreieck.

Die Kinder nehmen je nach Alter, Interessenlage und Entwicklungsstand an den verschiedenen Aktivitäten teil.

 

Projekte

Der Weg ist das Ziel...

Nach dem Berliner Bildungsprogramm sind die Bildungsprozesse der Kinder als sinnliche Erkenntnistätigkeit zu verstehen. Wir ermöglichen den Kindern verschiedene Zugänge zu den Bildungsinhalten, indem wir uns durch Gespräche, Bilderbücher, den Umgang mit Gegenständen, Lieder, Bewegungsspiele, Geschichten, Experimentieren und durch das Bearbeiten von Material mit einem Thema auseinandersetzen. Es wird von verschiedenen Seiten beleuchtet und vertieft und wir können die Kinder mit ihren individuellen und altersgemäßen Vorlieben, Interessen und Fähigkeiten ansprechen.

Wir möchten die Kinder aus der Fülle an Möglichkeiten exemplarisch mit verschiedenen Sachthemen bekannt machen und Ihr Interesse wecken. Kinder gehen neugierig auf ihre Umwelt zu und machen sie sich auf ihre Weise zu eigen. Dabei setzen sie sich mit ihrem konkreten Lebensumfeld auseinander, das mit zunehmendem Alter größer wird.

Projekte entwickeln sich aus Gesprächen, Spielhandlungen und Beobachtungen. Sie bieten viele Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien und Medien an unterschiedlichen Orten. Die Ziele von Projekten sind nicht immer vorhersehbar. Der Weg, d.h. die Auseinandersetzung mit einem Thema ist das Ziel, sie ist wichtiger als das eigentliche Produkt.

Hier eine Auswahl an Projekten, die wir im Laufe der Jahre durchgeführt haben:

  • Familienleben
  • Dinosaurier
  • Verschiedene Kulturen, am Beispiel Türkei und Ghana
  • Was kreucht und fleucht und wächst in unserem Garten?“ mit den Unterthemen Löwenzahn, Aussaat und Bepflanzung
  • Wasser und Wald
  • Tiere im Winter
  • Frühlingserwachen
  • Körper und Gefühle
  • Ernährung und Gesundheit
  • Planeten
  • Das bin ich, entstanden als Grundlage der ersten Bildungsinterviews
  • Löwenzahn und Insekten, die im Garten großes Interesse wecken
  • Gesundheit und Sicherheit, besonders zum Verhalten im Straßenverkehr
  • Freunde und Freundschaften
  • Geschwister und Familienbilder
  • Das Grüffelo
  • Frösche

Freispiel

Die Kinder brauchen genügend Raum für ihr Freispiel, in dem sie ihre Ideen und Vorhaben aus eigenem Antrieb entwickeln und umsetzen, ihre Spielkontakte selbst gestalten und das Spielgeschehen selbst regeln. Dabei unterstützen wir die Kinder in Streitsituationen, helfen ihnen bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und greifen in Gefahrensituationen ein. Neben diesen Anregungen lassen wir den Kindern Möglichkeiten für eigene Erfahrungen und Entdeckungen, ohne ihnen durch vorweggenommene Ergebnisse und vorgefertigte Erkenntnisse den Spaß, die Freude und die Motivation zu nehmen, die sie Anstrengungen und Rückschläge in ihren Lernprozessen in Kauf nehmen lässt.

Für jüngere Kinder stehen weitaus stärker Spiele im Vordergrund, die keine „vorzeigbaren Produkte“ am Ende des Tages aufweisen. Sie sind oft mit dem Freispiel überfordert und brauchen mehr Anregung für Spielmöglichkeiten und Unterstützung im Zusammenspiel mit anderen Kindern. Dies berücksichtigen wir in unserer pädagogischen Arbeit.

 

Kinderladen-Übernachtung und Kinderladen-Reise

Einmal im Jahr machen die Kinder mit den Erzieherinnen eine Übernachtung im Kinderladen, der ein ganztägiger Ausflug vorausgeht. Bei der Übernachtung stellen wir auch fest, welche Kinder zur Kinderladen-Reise mitgenommen werden können. Nachdem wir Erfahrungen mit unterschiedlichen Reisezielen gesammelt haben, fahren wir seit einigen Jahren nach Rambow nahe Wittenberge in der Prignitz im nord-westlichen Brandenburg. Mit S-Bahn und Regionalexpress geht es dienstags los, die Eltern empfangen ihre Kinder und die Erzieherinnen freitags nachmittags mit großem Hallo am Bahnhof Südkreuz.

 

Feste

Die Geburtstage der Kinder werden ausgiebig gefeiert. Wir singen, essen Geburtstagskuchen, decken den Tisch extra fein und lassen das Geburtstagskind hochleben.

Wir haben einige feste Fest-Termine im Jahr, die wir, d.h. die Kinder mit ihren Eltern und Erzieherinnen, zusammen feiern:

  • Sommerfest mit der Verabschiedung der „Schulkinder“
  • gemeinsames Frühstück im Garten im Anschluss an die Kinderladen-Übernachtung
  • Laternenumzug zu St. Martin in den nahegelegenen Nelly Sachs Park
  • Weihnachtsfeier 

 

Kontakt:

EKT Bülowstraße e.V.
Bülowstraße 52 / A5
10783 Berlin – Schöneberg

Tel.: 030 / 215 61 02
E-Mail an den Vorstand

Sonstiges:

2012 und 2013 gibt es nach jetzigem Stand leider keine freien Plätze mehr. Wir haben aber eine Warteliste. Wenn Ihr Interesse habt, meldet Euch im Kinderladen und fragt nach. Bitte bedenkt, dass wir nur Kinder aufnehmen, die bei Betreuungsbeginn mindestens 1 1/2 Jahre alt sind.